Kinder-Leben-Retten-Schützen

Ausgangslage

 

Unfälle gehören zu den größten Gesundheitsrisiken für Kinder und Jugendliche. Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die jährlich nach Unfallverletzung ärztlich versorgt werden müssen, wird auf rund 1,7 Millionen geschätzt. Ca. 198.000 Kinder mussten nach einem Unfall im Krankenhaus behandelt werden. (Unfallzahlen 2015; BAG Mehr Sicherheit für Kinder e. V.) Auch gehören Unfälle mit zu den häufigsten Todesursachen von Kindern und Jugendlichen. Zu den vier häufigsten Ursachen zählen Ertrinken, Vergiftungen, Verbrennungen und Stürze.

Mit dem Projekt “Kinder-Leben-Retten-Schützen” soll eine großangelegte und bundesweite Aufklärungs- und Informationskampagne gestartet werden, die die Eltern ermuntern und unterstützen soll, die Welt auch aus dem Blickwinkel des Kindes zu betrachten, um mögliche Gefahrenpunkte zu erkennen und vorausschauend zu entschärfen.

So stellen z. B. die Gefahren des Straßenverkehrs eine große Herausforderung für Kinder dar. Studien zu Verkehrsunfällen mit Kindern zeigen, dass das größte Risiko dabei der Schulweg birgt. Jeder 5. Unfall ist ein Schulwegunfall. Gerade in den ersten Schuljahren vergrößert sich der Bewegungsradius der Kinder und somit die aktive Teilnahme der Kinder am Straßenverkehr. Hier werden ihnen dann ihr Verhalten, ihre Spontanität (Ablenkung durch Spielen) und ihre eingeschränkten Wahrnehmungsmöglichkeiten (Geschwindigkeit der Fahrzeuge; falsche Einschätzung des Verkehrs) zum Verhängnis.

Kinder sind neugierig, erfinderisch und voller Entdeckerlust. Gleichzeitig sind sie aber unerfahren und können in vielen Situationen noch nicht unterscheiden, was gefährlich und was harmlos ist. Die Sorge vor Unfällen ist also berechtigt.

Unter stark belastenden Ereignissen, wie z. B. Unfälle im Straßenverkehr, werden Kinder ebenso wie Erwachsene traumatisierenden Situationen und Erlebnissen (psychisches Trauma) ausgesetzt. Oftmals treten sie erst viel später nach dem physischen Trauma (Unfall) auf. Zur Vermeidung dieser psychischen Traumafolgestörungen ist eine Prävention (Unfallverhütung) sehr hilfreich.

Das Beispiel Straßenverkehr ist eines von vielen relevanten Unfallquellen.

Nur durch eigene Erfahrungen kann ein Kind selbständig werden und lernen Gefahren einzuschätzen und damit umzugehen. Es ist dabei auf die vorausschauende Umsicht der Eltern angewiesen. Die Sensibilisierung der Eltern, die für die Sicherheit der Kinder verantwortlich sind und die Kinder zur selbständigen Mobilität erziehen, steht im Vordergrund.

Der Fokus Familie soll verdeutlichen, dass die Stabilität der Familie und die Zusammengehörigkeit auf der Basis gemeinsamer Erfahrungen und Erlebnisse einen Zusammenhalt schaffen und somit stark zur Prävention beitragen. Das Handeln in der Familie prägt entscheidend die weitere Entwicklung des Kindes und die Familie sollte vorbeugend tätig sein.

Darüber hinaus können engagierte Familien so andere Familien für das Thema sensibilisieren und motivieren, mitzumachen.

Im Rahmen der Prävention (Unfallverhütung) handelt es sich um eine komplexe Fragestellung, welche bisher von unterschiedlichen Seiten und unabhängig voneinander betrachtet wurde. Mit “Kinder-Leben-Retten-Schützen” wird erstmals interdisziplinär vorgegangen, indem die Experten der Deutschen Traumastiftung auf bereits Vorhandenes zurückgreifen, das Ganze bündeln und einen Mehrwert an Erkenntnis schaffen.

Die Expertise der Deutschen Traumastiftung ist gebündelt im Präsidium und in ihren Partnerschaften: alle relevanten medizinischen Fachgesellschaften sind Mitglied in der Deutschen Traumastiftung.

Anhand von Beispielen soll gezielte Aufklärung über Verletzungen, Sensibilisierung und Prävention in allen Lebensbereichen erfolgen und auf die Unterschätzung von möglichen Gefahren hingewiesen werden. So soll z. B. das Bewusstsein über das Verhalten der Kinder im Straßenverkehr geschärft werden. Sie müssen die Fähigkeit zum selbständigen Überqueren der Straße – gerade in komplexen und unbekannten Verkehrssituationen – sicher beherrschen. Sie sollen Aufmerksamkeit und Verständnis für die Abläufe im Straßenverkehr erwerben, aber natürlich nicht nur dort. Oder Kindern soll schrittweise der sichere Umgang mit Geräten im und ums Haus herum beigebracht werden. Sämtliche Störungsereignisse sind in Handlungsleitfäden zusammenzufassen. Hierzu werden interdisziplinäre Standards hinsichtlich der physischen und psychischen Traumaprävention entwickelt.

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