Bundesgesundheitsminister Jens Spahn MdB besucht die Ulmer Traumaforschung und die Deutsche Traumastiftung

„Das Universitätsklinikum Ulm und die Universität Ulm demonstrieren vorbildlich die Verbindung von zukunftsorientierter Traumaforschung mit der Anwendung neuester wissenschaftlicher Ergebnisse bei der Versorgung von schwerstverletzen Patienten.“ Das sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als Fazit seines Besuchs des Ulmer Uni-Klinikums. Zuvor hatte er sich über den aktuellen Stand der physischen und psychischen Traumaforschung und die Versorgung schwerverletzter Patienten informiert, ein Gebiet, das zu den herausragenden Kompetenzen der Ulmer Universitätsmedizin gehört.

Uni-Präsident Professor Dr. Michael Weber hatte eingangs die Forschungsprofile der Universität Ulm erläutert und dabei auf den gerade wiederbewilligten Sonderforschungsbereich (SFB) „Gefahrenantwort, Störfaktoren und regeneratives Potenzial nach akutem Trauma“ hingewiesen, der um weitere vier Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund 10,6 Millionen Euro unterstützt wird. Das interdisziplinäre Forschungsvorhaben ist relevant: Rund acht Millionen Deutsche erleiden jedes Jahr eine Verletzung und verursachen so geschätzte 30 Milliarden Euro Gesundheitskosten – Arbeitsausfälle eingerechnet.

Über den aktuellen Stand der Traumaforschung in Ulm informierte der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm und Präsident der Deutschen Traumastiftung, Professor Dr. Thomas Wirth. „Nicht nur durch den Trauma-SFB, sondern auch durch die enge Kooperation mit dem Bundeswehrkrankenhaus besitzt Ulm eine Spitzenstellung in der Traumaforschung in Deutschland. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal – national und international – ist die Ulmer Forschung an der Schnittstelle zwischen physischen und psychischen Traumata“, erläuterte Wirth.

An Universitätsklinikum und Universität Ulm beschäftigten sich Ärztinnen, Ärzte und Wissenschaftler/innen nicht nur mit physischen Traumata, sondern sind auch federführend in der Diagnostik, Behandlung und Erforschung seelischer Schäden bei Kindern und Erwachsenen. Die Weltgesundheitsorganisation hat in ihrem Bericht zur Prävention von Kindesmisshandlung in Europa das vom Bundesgesundheitsministerium geförderte, am Kompetenzzentrum Kinderschutz in der Medizin entwickelte E-Learning Programm als Vorbild auch für andere europäische Staaten bezeichnet.

Darüber hinaus berichtete Professor Wirth über die Aktivitäten der Deutschen Traumastiftung, deren Ziel es ist, die Versorgung von Traumapatienten nachhaltig zu verbessern. Durch die Entwicklung der Trauma-Box zur professionellen Blutstillung und die Einführung eines schnellen Alarmierungssystems für qualifizierte Helfer über die Notfall-App ist sie bereits sichtbar erfolgreich.

Die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit bei der Versorgung von jährlich 500 Schwerverletzten im Universitätsklinikum Ulm hob der Vorstandsvorsitzende und Leitende Ärztliche Direktor des Klinikums, Professor Dr. Udo X. Kaisers, hervor.

Bei einem Rundgang durch die Klinik und zum Hubschrauberlandeplatz, geleitet durch den Ärztlichen Direktor der Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Professor Dr. Florian Gebhard, konnte sich der Bundesgesundheitsminister ein umfassendes Bild machen. „Da ich an der Bauplanung der Klinik für Chirurgie beteiligt war, können wir schwerverletzte Patienten hier sehr schnell und immer leitliniengerecht behandeln. Es dauert nur eineinhalb Minuten, bis ein Patient vom Hubschrauberlandeplatz in den Schockraum gebracht und anschließend operiert wird”, sagte Gebhard.

Initiiert war der der Besuch des Bundesministers für Gesundheit von der Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Ulm und Alb-Donaukreis, Ronja Kemmer und vom Geschäftsführer der Deutschen Traumastiftung, Michael Drechsler.

2019-04-25T13:46:23+01:00