Schwäbische Zeitung, 5. Februar 2018

Wegschauen, weitergehen, sich nicht trauen oder sogar verweigern: Den Herz-Kreislauf-Stillstand in der belebten Ulmer Innenstadt an einem Samstag-morgen überlebte der 58-Jährige Markus S. nur mit viel Glück. Der Rettungsdienst war schnell zur Stelle. Von den Passanten konnte er keine Hilfe erwarten: „In Deutschland bleiben zu viele Laienhelfer passiv“, beschreibt Dr. Björn Hossfeld von der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Ulmer Bundeswehrkrankenhaus (BWK) das Dilemma: „Das ist die deutsche Mentalität: Bevor ich etwas falsch mache, mache ich lieber gar nichts.“ Angst vor Fehlern und Angst vor Haftung lassen nach Hossfelds Erfahrung selbst ausgebildete Laien vor dem Versuch einer Wiederbelebung zurückschrecken.

Ganzen Artikel lesen