Ursachen für Schädel-Hirn-Traumata haben sich stark verändert

Berlin – Auszug aus dem deutschen Ärzteblatt Januar 2019:

Das Schädel-Hirn-Trauma ist eine der schwersten und häufigsten neuro­logischen Schädigungen. Jährlich werden mehr als 200.000 Betroffene in Deutschland neurointensivmedizinisch versorgt. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Ursachen für das Trauma stark verschoben. Darauf hat die Arbeitstagung Neuro­intensiv­medizin (ANIM) hingewiesen.

Vor 40 Jahren war der typische Patient mit Schädel-Hirn-Trauma laut ANIM männlich und zwischen 20 und 40 Jahre alt. Das Trauma war meist durch einen Verkehrsunfall verursacht worden. Heute ist die häufigste Ursache ein Sturz, viele Patienten sind über 65 Jahre alt und häufig weiblich. „Dies ist lediglich dadurch begründet, dass Frauen älter als Männer werden, sodass es mit zunehmendem Alter mehr Frauen gibt“, berichtet die ANIM. Ein Viertel der Patienten sind heute aber auch unter 16 Jahre alt. Die überwiegende Ursache von Verletzungen bei dieser Altersgruppe sind Stürze und Verkehrsunfälle.

Laut den ANIM-Experten werden auch Sportverletzungen und Kriegstraumata immer wichtiger.  Dabei geht es einerseits um fortschreitende Leistungseinschränkungen des Gehirns, hervorgerufen durch wiederholte kleinere Traumata, zum Beispiel bei Boxern oder Fußballspielern. Therapie sei hier einzig die Prophylaxe einer neuerlichen Verletzung.

Mehr dazu auf aerzteblatt.de