Notfallapp

Jede Sekunde zählt!

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählen Sekunden. In Deutschland erleiden jährlich über 50.000 Personen den plötzlichen Herztod. Nur jede zehnte Person überlebt eine Wiederbelebung außerhalb der Klinik, ein Grund dafür ist, dass zu viele Menschen sich nicht trauen helfend einzugreifen, bis der Rettungsdienst vor Ort ist.

Implementierung einer Ersthelfer-App in Ulm

Mit der auf einem Smartphone basierenden Software können die Überlebenschancen der Betroffenen erhöht werden. Bei einer Alarmierung des Rettungsdienstes über die europaweite Notrufnummer 112 hat die Rettungsleitstelle die Möglichkeit, neben Notarzt und Rettungswagen auch registrierte, fachkundige Ersthelfer, die sich in unmittelbarer Nähe zum Einsatzort befinden, über diese App zu lokalisieren und zum Notfallpatienten zu entsenden. Diese freiwilligen Helfer können dann die wichtigen Wiederbelebungsmaßnahmen am Betroffenen durchführen bis der Regelrettungsdienst eintrifft.

Der Ersthelfer muss selbstverständlich über eine notwendige medizinische Grundqualifikation und über eine ausreichende Praxiserfahrung, deswegen werden in Ulm während einer zweijährigen Pilotphase zunächst nur bereits existierende Ersthelfergruppen der Hilfsorganisationen, sowie wie freiwillige Mitarbeiter von Rettungsdienst und Krankenhäuser in das Projekt eingebunden.

Notfallverlauf

Jeder Ersthelfer, der sich in dem Umkreis eines Notfalls befindet, empfängt die Information von der zuständigen Leitstelle. Ob sich ein Ersthelfer im passenden Umkreis befindet, prüft das System automatisch. Die Leitstelle hat vor und nach einem Notfall keine Möglichkeit, auf die Geoposition von registrierten Ersthelfern zuzugreifen.

Intelligente Navigation zum Einsatzort

Über eine intelligente Steuerung der Ersthelfer, unterscheidet die App wie der Ersthelfer eingesetzt wird. Hierbei lenkt das System den ersten Helfer über den schnellsten Weg zum Einsatzort, ein weiterer Helfer wird zum Beispiel über den Standort eines Defibrillators umgeleitet, um ein solches Gerät ebenfalls zum Patienten zu bringen.

Ein direkter Kontaktaustausch mit der zuständigen Rettungseitstelle ist ebenfalls jederzeit möglich.

Karte mit hilfreichen Infos

Während eines Einsatzes hat der Ersthelfer jederzeit die Möglichkeit, sich Defibrillatoren und Notfallstationen in seiner Nähe anzeigen zu lassen.
Ein direkter Kontaktaustausch mit der zuständigen Leitstelle ist ebenfalls jederzeit möglich. Die passende Leitstellennummer wird automatisch mit dem Notfall übertragen.

Auswertung aus Schleswig-Holstein

In 76% der Fälle konnte ein Retter alarmiert werden.
In 35% der Fälle war dieser mehr als 3 Minuten vor dem ersten Rettungsmittel vor Ort.

48% der registrierten Retter waren in der Zeit des Pilots im Schnitt immer aktiv alarmierbar.

70% der registrierten Retter haben bereits medizinischen Hintergrund gehabt.